CHURINGAS
Die ovalen oder lanzenförmigen churinga sind zeremonielle Holzplatten (selten Stein), die im Zuge von Ritualen besungen und kommentiert werden. Sie zeigen auf einer Seite ornamentale Muster, wobei die Linien meist Wanderrouten und die Kreise u. a. Lager- oder Wasserplätze der Traumzeitwesen markieren.
Da jeder Clan er im Besitz eines Territoriums ist, „besitzt“ bzw. „verwaltet“ er einen bestimmten Abschnitt der Wandergeschichte seines Traumzeitwesens. Daher ist es die Pflicht jeder Gruppe, diese Strophen des Mythos, die dazugehörigen spirituellen Orte und die churingas, die diese Ort und Pfade grafisch festhalten, zu pflegen. Diese Stellen werden zusätzlich von Geistern und Dämonen geschützt, die Eindringlinge fremder Clans krank machen oder sogar töten können. Die eingeschnittenen Wege und Lagerplätze auf den churingas sind jedoch, wie mit großem Erstaunen nachgewiesen werden konnte, nicht nur auf eine andere, mythische Welt bezogen, sondern entsprechen maßstabsverkleinert den realen Verhältnissen der Umgebung.
Anhand eines auswendig gelernten Gesanges ist ein Aborigine daher imstande, sich in seinem Territorium zurecht zu finden, Wasserstellen in der unwirtlichen Gegend ausfindig zu machen. Dieses lebensnotwendige Wissen wurde über Jahrtausende von einer Generation auf die nächste weitergegeben. Die churinga selbst dienten ausschließlich dem magischen Ritual, weshalb sie von Frauen oder uneingeweihten Männern nicht betrachtet werden durften.
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