RINDENMALEREI
Die Rindenmalerei aus Arnhem Land gehört seit dem 20. Jahrhundert zu den bekanntesten Formen der Aborigines Malerei. Die ältesten Zeugnisse wurden zwischen 1838 und 1878 auf Essington Island gesammelt.
Die Rinde wird während der Regenzeit vom Stamm des Eukalyptusbaumes (Eucalyptus tetradonta) geschält. Die gebogenen Platten werden getrocknet, geschmeidig gemacht und gepresst. Anschließend wird die raue Außenschicht entfernt und die Innenseite für die spätere Bearbeitung geglättet. Traditionell werden die Farben aus roten und gelben Ockergesteinen, weißem Kaolin, schwarze Kohle – auf Groote Eylandt aus Manganknollen – gewonnen. Diese Erden wurden bis zum Mitte des 20. Jahrhunderts mit Wachs, Eigelb, Harz oder dem Saft von Orchideen gebunden, seither finden sich auch einfache Holzleime als Bindemittel. Themen und Darstellungsform spiegeln – wie immer in der Kultur der Aborigines – soziale und spirituelle Auffassungen wider.
Figuration und Muster gehen in Arnhem Land Hand in Hand. Anhand von traditionellen Motiven lassen sich jedoch einzelne Werke den Clans zuordnen bzw. regionale Unterschiede nachweisen (z. B. der „Röntgenstil“ im westlichen Arnhem Land). Im Gegensatz zur Felsmalerei, die Jahrtausende überstehen kann, galt die Rindenmalerei als kurzlebiges Lehrmittel diente aber auch bei rituellen Zeremonien.
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